Gutachten & Dienstleistungen

Aktuelle Projekte

Zertifizierung von Artenkenntnissen - Feldbotanik Südwestdeutschland

In Deutschland gibt es aktuell eine Reihe von Initiativen, um Artenkenntnis in der breiten Bevölkerung zu verankern und auch Artenkennerinnen und Artenkenner, u.a.  im beruflichen Naturschutz zu fördern. Es gibt derzeit einen Mangel an Fachpersonen. Das Schweizer System der Zertifizierung (s.u.) dient dabei als Referenz und ist ein Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Für Südwestdeutschland leite ich aktuell eine Arbeitsgruppe, die die Prüfungsanforderungen und Artenlisten erstellt. Diese sind auf den Seiten der Professur für Geobotanik der Universität Freiburg abzurufen. Erste Prüfungsangebote gibt es 2020 über die Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW). Mit dem Bundesamt für Naturschutz besteht Kontakt, um eine bundesweite Einführung der Zertifizierungsangebote zu ermöglichen.

Zertifizierung von Feldbotanik- und Lebensraumkenntnissen (Schweiz)

In der Schweiz gibt es seit Jahren ein attraktives System zur Zertifizierung von Feldbotanikkenntnissen. Dieses hat erfolgreich die Erosion der Artenkennerinnen und Artenkenner aufhalten können und tausende von Studierenden, Berufstätigen und interessierte Laien bei ihrem Interesse an der Pflanzenwelt unterstützt und motiviert. Koordiniert wird die Zertifizierung von der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft, in deren Kommission ich bei der Konzipierung der Prüfungsanforderungen mitgewirkt habe. Zur Zeit leite ich die Fachgruppe, die sich der Zertifizierung von Lebensraumkenntnissen widmet. Die aktuell gültigen Regelwerke zur Zertifizierung von Feldbotanikkenntnissen und von Lebensraumkenntnissen sind auf den Seiten von Infoflora abzurufen.

In einem Beitrag am Deutschen Naturschutztag in Kiel 2018 und im zugehörigen DNT Journal konnte ich eine Zusammenfassung darüber geben (pdf, Vortragsfolien).

Förderung des halbparasitischen Sumpf-Läusekrauts (Pedicularis palustris) zur Eindämmung des Schilfs (Phragmites australis) in den Feuchtgebieten um den Lauenzersee, SZ

Halbparasitische Pflanzen werden im Naturschutz seit einigen Jahren erfolgreich als sogenannte „ecosystem engineers“ eingesetzt. In den meisten Fällen handelt es sich um einjährige Klappertopf-Arten (Rhinanthus spp.), die zur Aushagerung von Fettwiesen und zur Erhöhung der Artenvielfalt verwendet werden. Untersuchungen in Feuchtgebieten legen nahe, dass das zweijährige Sumpfläusekraut (Pedicularis palustris) einen eindämmenden Effekt auf verschiedene Seggen-Arten haben kann. Im Gebiet des Lauenzersees im Kanton Schwyz ist in den vergangenen Jahren beobachtet worden, dass das häufig dominierende Schilf (Phragmites australis) bei sich ausbreitenden Populationen des Sumpf-Läusekrauts merklich bis vollständig zurückgeht. Vor diesem Hintergrund wird die Hypotheses getestet, dass ein gezielter Einsatz des Sumpf-Läusekrauts die Mahdpflege der Bestände vereinfachen und die Artenvielfalt der subdominanten Arten erhöhen könnte. Die Untersuchungen laufen von 2017-2022 in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Lauerzersee, Pro Natura Schweiz und den kantonalen Behörden.

Mission Inventar "Praden"

Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora sammelt, organisert und visualisiert historische und botanische Fundmeldungen für die Schweiz. Um die Datenqualität vor allem in unterkartierten Gebieten zu verbessern wurden verschiedene Missionen und ins Leben gerufen, bei denen ehrenamtliche Helfer gezielt Daten im Gelände elektronisch erfassen und weiterleiten können. Der Botanikzirkel Graubünden (CH) bearbeitet für die Mission Inventar das Kartierquadrat "Praden" unweit von Chur. Ziel ist es in einem ersten Schritt, alle Gefässpflanzen innerhalb eines definierten 1x1 km2 georeferenziert aufzunehmen und in einem zweiten Schritte, die zusätzlichen Arten für das grössere 5x5 km2 Gebiet zu ergänzen. Für die Einweisung und Betreuung der Kartierer sowie die Qualitätssicherung der Daten habe ich mich als Vereinsmitglied bereit erklärt. Die Kartierarbeiten haben in 2017 begonnen.

Floristische Kartierung Baden-Württembergs

Seit den 1970er Jahren wird in Baden-Württemberg von den Naturkundemuseen in Stuttgart und Karlsruhe eine systematische Floristische Kartierung durchgeführt. 2008 begann ein kompletter Neudurchgang dieser Kartierung. Ziel ist es für alle Gefäßpflanzen aktuelle Verbreitungskarten zu erstellen, d.h. u.a. historische Fundangaben zu bestätigen und Neufunde aufzunehmen. Die Daten bilden die Grundlage für vielerlei Projekte wie z.B. die Bearbeitung der Roten Liste der geschützten und bedrohten Arten. Innerhalb des Projekts bearbeite ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter das Messtischblatt TK 8013 Freiburg im Breisgau SO, das grosse Teile des Stadtwalds Freiburgs, des Dreisamtals und auch die Höhen des Schauinslands umfasst.

Abgeschlossene Projekte

Beweidungskonzepte & Ausweisung von Biodiversitätsförderflächen

Kartierung von Lebensräumen, Futterqualität und schutzwürdigen Gefäßpflanzen als Grundlage für Beweidungskonzepte und die Ausweisung von Biodiversitätsförderflachen auf verschiedenen Alpen inkl. Kommunikation mit Landnutzern, dem Amt für Natur und Umwelt Graubünden und Erstellung Abschlussberichte: Alp Niemet/Avers (2018), Alp Jegana/Hinterrhein (2018), Alp Flix/Sur (2017), Alp Settimo/Bivio (2015). Aufträge als freier Mitarbeiter bei Atragene, Chur, Schweiz.

Rote Liste der Gefässpflanzen der Schweiz

Kartierung und Bestandskontrolle von seltenen und/oder verschollenen Arten im Kanton Graubünden. Ehrenamtliche Mitarbeit bei Infoflora Schweiz.

Ökologische Flächenstichproben

Ehrenamtliche Mitarbeit als Kartierer für die Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland im Raum Freiburg im Breisgau.